Kreutzersonate extended – Spaziergang im Freibad

Beethovens Kreutzersonate ist oft zu hören – nur nicht im Schwimmbad, und schon gar nicht, wenn das Thermometer weit unter Zimmertemperatur fällt. Mit Michel Foucault gesprochen: Ein Freibad im Winter ist eine Heterotopie par excellence, ein Gegenentwurf zum Gewöhnlichen. Heterotopien sind dem französischen Philosophen zufolge «wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermassen Orte ausserhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können.» Das Max Frisch Bad schien uns ein geeigneter Ort zu sein, um einerseits den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven zu feiern, den 110. Todestag von Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi zu begehen und an Friedrich Dürrenmatt zu erinnern, der vor 30 Jahren gestorben ist. Die Zusammenhänge sind schnell skizziert: Einstein beruhigt sich in Dürrenmatts rabenschwarzer Komödie Die Physiker mit Klängen der Kreutzersonate. Tolstoi wiederum schreibt unter dem Eindruck der wirkungsmächtigen Sonate eine Erzählung. Eine ihrer Figuren, der Gutsbesitzer Posdnyschew, sinniert über die Kraft der Musik: «Die Musik zwingt mich, mich selbst und das, was meine Wirklichkeit ist, zu vergessen. Sie versetzt mich in eine andere Wirklichkeit, die nicht die meine ist; ich habe unter dem Einfluss der Musik den Eindruck, dass ich etwas fühle, was ich im Grunde genommen gar nicht fühle, etwas begreife, was ich nicht begreife, etwas vermag, was ich nicht vermag.» Der musikalisch-literarische Abend wird so manche Überraschung bereithalten. Ziehen Sie sich warm an!

In Kooperation mit Maison du Futur, Theater Winkelwiese, Kulturverein Max Frisch Bad und Max Frisch Archiv der ETH Zürich

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Rahel Cunz & Gilles Grimaître (©CNZ)
Max Frisch Bad (Zürich)

Konzertbeginn: 20 Uhr.

Ludwig van Beethoven  Kreutzersonate op. 47  für Violine und Klavier
Leo Tolstoi  Lesung von Ausschnitten aus der gleichnamigen Erzählung 
Rahel Cunz  Violine
Gilles Grimaître  Klavier
Tickets

Tickets sind zu CHF 5 (Budget), CHF 15 (Standard) und CHF 30 (Support) erhältlich. Gönner·innen des CNZ erhalten bei vorheriger Anmeldung freien Eintritt ins Max-Frisch-Bad.

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Max Frisch Bad (Zürich)

Konzertbeginn: 20 Uhr.

Ludwig van Beethoven  Kreutzersonate op. 47  für Violine und Klavier
Leo Tolstoi  Lesung von Ausschnitten aus der gleichnamigen Erzählung 
Rahel Cunz  Violine
Gilles Grimaître  Klavier
Covid-19 Info

Aufgrund der aktuellen Covid-19-Massnahmen muss das Konzert vom 4. Februar 2021 im Radiostudio leider ausfallen. Ein Ersatztermin ist nicht geplant, hingegen begeben wir uns für einige Tage ins Aufnahmestudio.

Unser nächstes Konzert findet am 19. Februar 2021 um 21 Uhr (!) in der IDAGIO Global Concert Hall statt.

In den verbleibenden Monaten der Saison 2020/21 werden weitere coronabedingte Anpassungen unvermeidlich sein. Sie werden zu gegebenem Zeitpunkt auf dieser Webseite und per Newsletter kommuniziert.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Zuversicht.

Ihr Collegium Novum Zürich

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